Fashion or not?

10:22

Meine Lieben,

es ist so schön, wenn man Besuch bekommt... Ich freue mich sehr, noch eine nette Mami hier auf meinem Blog begrüßen zu dürfen! Macht es euch gemütlich, lehnt euch zurück und genießt ihren Beitrag genau wie ich es gemacht habe. ;))


Hallo mein Name ist Nadine, 39 Jahre alt und Mama einer dreijährigen Tochter, in meinem Blogfashionbaby!“ Babynella genannt.

Als ich meinen Blog vor gut zweieinhalb Jahren startete, sollte es neben den Erlebnissen mit Babynella auch ganz viel um Mode gehen, meiner großen Leidenschaft schon seit Ewigkeiten. Dann kam irgendwie das(Arbeits-) Leben dazwischen, und auch wenn es „fashionbaby!“ immer noch gibt, schreibe ich doch weniger Posts als eigentlich gewollt, und sie handeln auch weit seltener von Mode als ich das ursprünglich vorhatte.
Das liegt auch daran, dass ich, wenn ich schon mal zum Schreiben komme, oft unsere Alltagserlebnisse unterhaltsamer finde als die neuesten Frühjahrskleidchen für Groß und Klein, aber es hat auch etwas damit zu tun, dass die Mode dann doch – und ich gebe das sehr ungern zu – in der Praxis in meinem Leben nicht mehr denselben Stellenwert hat wie vorBabynellas Geburt.
Noch bis zum Tag der Entbindung war ich die Frau, die nie das Haus verließ, ohne zum Outfit passenden Schmuck angelegt zu haben. Das Halstuch passte zum Mantel und dieser selbstverständlich zu Hose oder Kleid. Natürlich war ich mit zu den Schuhen passender Handtasche unterwegs, welche selbstverständlich auch ausgetauscht wurde, falls ich mich im Laufe des Tages umzog. In meinem Schrank hängen sicher 10 schwarze Hosen – alle völlig unterschiedlich, versteht sich…

Die internationale Modepresse war in meinem Wohnzimmer zu Hause, und meine Blogrolle umfasste alles was in der Modebloggerwelt Rang und Namen hatte.
Natürlich würde das nach Babynellas Geburt so weitergehen – warum auch nicht??? So dachte ich…
Zeitsprung: Letzten Montag. Ich war krank. Schon seit einer Woche, aber das scherte keinen, weil es Babynellas Papa schlimmer erwischt hatte als mich. Merke: Der, dem es weniger schlecht geht, hat Service.
Und weil ich mich eh mitten in der Nacht aus dem Bett schälen musste um das Kind in den Kindergarten zu bringen, konnte ich auch gleich in die Firma fahren um trotz Triefnase und wattigem Gefühl im Kopf den wichtigen Termin wahrzunehmen. Als ich mittags im Vorbeigehen mein Spiegelbild sah, zuckte ich zusammen. Was hatte ich an? Schwarze Hose, schwarzes Sakko, blaue Bluse, flache Schuhe. Kein Schmuck, ein Minimum an Make-up und weder die Tasche noch der Mantel die ich dabei hatten passten zu irgendwas. Ich hatte mir morgens einfach irgendwas geschnappt und war aus dem Haus gestürzt, vor Augen nur die schieren Notwendigkeiten: Das Kind unterbringen und den Arbeitgeber zufrieden stellen.  

Ich will jetzt nicht sagen, dass mein Leben mit Kind so stressig wäre, dass ich nur noch rumliefe wie Schlupp vom grünen Stern. Nein, ich hatte im Prinzip sogar Glück. Ich war nie so übermüdet, dass ich mit ungewaschenen Haaren in Joggingklamotten durch unser Viertel gewankt wäre. Mein sehr früher Wiedereinstieg in den Job führte auch dazu, dass meine Businessgarderobe kontinuierlich ergänzt wurde. Aber es gibt an meinen freien und Homeoffice Tagen eben doch sehr viele, an denen es für mich nur eins gibt: Jeans, Ringelshirt, fertig.

Zeit für eine kritische Selbstbetrachtung nach drei Jahren Mutterschaft.
Haare: Im letzten Sommer hatte ich das Gefühl, dass ich vielleicht wieder genug Zeit haben könnte, meine schwangerschaftsgeschädigten Haare zu einem chicenKurzhaarschnitt trimmen zu lassen. Ein Wagnis, denn kurze Haare bedeuten entgegen sämtlichen Gerüchten mehrStylingaufwand und nicht weniger. Meistens bin ich glücklich mit meiner Entscheidung. Aber wenn’s mal wieder einer dieser Tage ist, an denen morgens gar nichts weitergeht, das Kind zickt, der Mann das Bad zu spät freigegeben hat, dann gäbe ich viel für „waschen, hochstecken, go“.

Bürooutfit an Tagen an denen ich nicht krank bin (Kindergartenviren sind echt was Fieses!): Zu 80% in Ordnung, meist mehr als das. Das Büro ist mein neues Fashionbiotop, um nicht zu sagen: Der einzige Ort an dem ich noch hohe Schuhe tragen kann.
Bürooutfit an Tagen an denen ich krank/gestresst bin/ der Mann das Bad zu spät.. Ihr wisst Bescheid: Keine weiteren Fragen, bitte.

Outfit bei den wenigen Gelegenheiten an denen ich mit Mann, aber ohne Kind das Haus verlasse: Immer top. Ich finde, wenn ich schon fast jeden Abend scheintot auf dem Sofa hänge, hat mein Mann zumindest beim Ausgehen eine gut gestylte Frau verdient. Wobei ihm das eigentlich egal ist. Aber ich finde, man sollte doch versuchen, seine Würde zu bewahren.
Outfit auf dem Weg zum und vom Kindergarten, auf dem Weg zur Reinigung, Post um beim Einkaufen. Äh, ja... Aber ganz ehrlich: Da ist es eigentlich auch egal.

Und jetzt kommt`s: Outfit beim Treffen mit Freundinnen mit und ohne Kinder, und bei fast allen Anlässen die mir mein Mehr an Freizeit (Nicht-Arbeitszeit) so beschert: Cooler als früher! Lässiger, bunter. Denn früher bin ich meist im konservativen Bürooutfit nach der Arbeit mit Freundinnen Kaffee trinken gegangen. Heute treffe ich diese Freundinnen mit unseren Kindern nach einem Homeofficetag in Freizeitklamotten, und davon hab ich viel mehr als früher. Marineblaue Blazer gehören zu meinem Berufsleben, lieben werde ich sie nie. Aber coole Frühjahrspullis mit kleinen, neonpinken Palmen drauf? Dicke, bunte Statementketten?Leopardensneakers? Ja, bitte, alle einmal hier herüber!

Uff, jetzt bin ich ja doch erleichtert. Auch wenn sich dieInstyle unseren Couchtisch jetzt mit einschlägigen Eltern-Kind-Zeitschriften teilt, und ich bei all dem manchmal stressigen Alltag als Working Mom meiner Leidenschaft nicht immer so frönen kann: Es geht noch, alles soweit in Ordnung.Meistens.

Und für den Fall, dass ich mal schwächele übernimmt einfachBabynella: Kleine süße Mädchen sind nämlich einfach immerin fashion.

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