Kindheit oder Laufsteg - Wie die Modewelt das Leben der Kinder verändert

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Mit 10 Monaten - das erste Fotoshooting, mit 2 Jahren - schon ein kleiner Star auf Youtube, mit 5 Jahren - 30 000 Fans auf Instagram... So ähnlich verläuft das Leben vieler Kinder, die von ihren Eltern von klein auf ins Blitzlicht gestellt werden. Ständige Besuche bei Modeagenturen, Modecastings und regelmäßige Teilnahmen an Schönheitswettbewerben gehören auch zum Alltag.

Man fragt sich nur, ob die Mini-Models wirklich Spaß dabei haben und ob sie überhaupt Zeit finden, auch ihre Kindheit zu genießen. Wenn alles in Grenzen ist und die Kleinen keinen großen Druck ausgesetzt werden, habe ich nichts einzuwenden. Solange die Kinder kindisch bleiben dürfen und das Modeln für sie nur eine Art lustiges Hobby ist, finde ich es in Ordnung.

Ich bin der Meinung, dass wir, als Eltern, unsere Schätzchen fördern sollen, sie motivieren und ihnen helfen, die eigene Talente rauszufinden. Wenn ein Kind gerne im Mittelpunkt steht und sich mit Vergnügen fotografieren und filmen lässt, soll es natürlich seinen Traum ausleben.

Falls es den Eltern nur um eine Zurschaustellung und reine Vermarktung der Kleinsten geht, habe ich einiges zu kritisieren. Die Erwachsenen glauben, besser zu wissen, was für ihr Nachwuchs das Beste ist. Aus diesem Grund werden oft manche Kinder zu Modelcastings geschleppt, obwohl sie eigentlich kein Lust dazu haben und lieber den Tag auf dem Spielplatz verbringen würden.
Fakt ist, dass ein erfolgreiches Kindermodel ab 1500 Euro am Tag verdienen kann. Das ist für einige Eltern eine große Verlockung, besonders wenn sie selber arbeitslos sind... Es ist aber zu schade und nicht richtig, wenn die Kinder als Mittel zum Zweck benutzen werden, um die unerfüllten Träume der Eltern zu verwirklichen. 

Gerade die ersten sieben Jahre sind besonders wichtig für die körperliche und mentale Entwicklung eines Kindes. Wenn in dieser Zeit ihm fragliche Werte vermittelt werden und sich alles in seinem Leben nur um ein perfektes Aussehen dreht, besteht natürlich die Gefahr, dass es leider eines Tages eine oberflächliche und "Ich" fixierte Person wird.

Es gibt auch Familien, die andere Beweggründe haben, um das eigene Kind auf dem Laufsteg zu schicken. Ein Beispiel dafür ist Valentina Guerrero. Das kleine Mädchen mit dem Down-Syndrom modelt und nimmt an Fotoshootings teil, seitdem es neun Monate alt ist. Ihre Eltern bauen es ganz bewusst zu einem Kinderstar auf, um die Welt auf die Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam zu machen. Sie möchten damit auch ihrer Tochter zeigen, dass sie von allen geliebt wird, weil sie einfach perfekt ist. So wie sie ist! Ist das aber der richtige Weg, ein Kind mit Down-Syndrom großzuziehen und in die Gesellschaft zu integrieren...

Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, ein Kind zu sein und selber zu entscheiden, was ihm Spaß macht. Die unbesorgte Kindheit ist die kostbarste Zeit, die wir haben und darf nicht verpasst werden!



Kommentare:

  1. Das sehe ich genauso. Leider werden Kindern oft von Anfang falsche Werte vermittelt. Man ist als Eltern ja auch ein Vorbild. Wenn ich also von Anfang an dem Kind zeige das nur Leistung, Äußerlichkeiten, Erfolg und Geld zählt dann tut mir das Kind leid. Viele Kinder haben bereits im Kindergartenalter selbst vollgeknallte Terminkalender und können gar nicht richtig Kind sein. Schade, denn die Kindheit ist sehr sehr wichtig. Nun ja Leider kann man das nicht ändern

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  2. Liebe Nina,

    das stimmt. Man kann leider das nicht ändern! Es ist aber schade für die Kinder... Sie leiden darunter! ;(

    Liebe Grüße
    Mihaela

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